Case Study: Das 300$ Chatroulette „Killer“ Viral

Ihr kennt Chatroulette? Nein? Dann hier eine kurze Einführung: Ihr geht auf www.chatroulette.com, schaltet Eure Webcam ein und bekommt einen absolut zufälligen Gesprächspartner zugelost. Per Knopfdurck wird der Partner gewechselt. Klingt nach Speed-Dating? Gar nicht so weit daneben. Das mag für viele Leute unangenehm klingen ist aber super spaßig und vertreibt einem einen langweiligen Abend wesentlich spannender als DSDS oder vergleichbares Gedöns – versprochen.

Nun stellt Euch folgendes vor: Ihr wechselt erneut Euren Partner und bekommt eine junge Frau vor die Kamera. Der Smalltalk beginnt, doch plötzlich schlitzt ein Einbrecher mit Horrormaske die Kehle Eures Gegenübers vor laufender Kamera durch und macht sich wieder auf die Socken. Klingt nach einer netten Viral Idee, oder?

Momentum

Es gab schon andere Kampagnen die Chatroulette als Plattform nutzten, so etwa für Charity Zwecke. Was die Einschlagskraft anbelangt ist das „Killer“ Viral meiner Meinung nach aber ungeschlagen. Obschon man bereits im ersten Moment vermutet, dass es sich um eine Farce handelt, ist es dennoch eindeutig etwas, was man seinen Freunden oder Followern auf Twitter gerne weitererzählt. Das etwas gewagte Motif eines hinterhältigen Mörders ist provokativ ohne Frage – muss es aber sein um genügend Aufmerksamkeit zu erregen.

Handwerk

Die Funktionalität der Kampagne ist gelungen. Das Video startet automatisch, sobald der Chat beginnt. Da alles über ein vorgegaukeltes Livebild läuft kann auch bei der Schnittstelle zur Zielperson nichts mehr falsch laufen. Es sei denn dieser hat allgemeine Probleme mit der gesamten Chat Roulette Plattform. Schade ist natürlich, dass das Viral auf einem Plugin aufbaut, dass nicht dafür ausgelegt ist, weiteren Kontakt zuzulassen. Einige Links etc. wären natürlich wünschenswert um direkten Traffic abzugreifen, daher hier nur eine B Note.

Werbewirkung

Die Aktion kommuniziert eindeutig das Motto des Senders: „Intense. Real. No Limits.“ Sich mit einem Psychokiller aus dem Fenster zu lehnen ist daher meiner Meinung nach auch nicht überzogen sondern durchaus noch vertretbar. Das große Manko, die extrem niedrige Reichweite, wird durch die hohe Viralität ausgehebelt, denn auf Blogs und Social Media Seiten wird die Aktion schnell verbreitet und erreicht damit eine weitaus größere Gruppe als ursprünglich über Chatroulette. Problem hierbei ist jedoch, dass das Targeting hinten und vorne nicht optimal ist. Immerhin wird blindlinks gestreut und die Chancen, dass die Kampagne Fans von Horrorstreifen erreicht ist zwar nicht gering, aber auch nicht hoch – eben absoluter Querschnitt mit Tendenz zu internetaffinen Leuten (aber wer ist das heute nicht).

Und so sieht der Spaß dann am Ende aus:

Zweite Meinung von Falk:

Auch wenn es schon eine Hand voll Chatroulette-Virals gab: Dieses Video gefällt mir unter allen kommerziell motivierten Chatroulette-Gags am besten. Die Mordszene ist krass genug, um den Nutzer wirklich für eine Sekunde zu erschrecken und das Thema Jugendschutz ist zwischen all den männlichen Genitalien bei Chatroulette sowieso vom Tisch…

Fazit

Aufgrund irgendwelcher Nutzungsrechte in Deutschland, ist das Video mit der Case Study bei YouTube geblockt (könnte unter Umständen aber mit einem Proxyserver umgangen werden). Dort werden die insgesamten Produktionskosten von 300 USD aufgeschlüsselt. Zudem erfahren wir, dass das ursprüngliche Briefing für die Agentur eine klassische Bannerkampagne auf diversen Websites vorgesehen hatte. Nachdem der Kunde umgestimmt und auf die Chatroulette Idee eingestiegen war, machte das Video ganz ohne Mediakosten auf eben jenen Websites ohnehin die Runde. Auch wenn wir in diesem Falle keinen Preis vergeben, halten wir die Kampagne für sehr gelungen und kosteneffizient: Glückwunsch!

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Gefahrgut-Check von Christian Faller

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3 Responses to “Case Study: Das 300$ Chatroulette „Killer“ Viral”


  1. 1 Moe Juni 7, 2010 um 4:29 pm

    waren die Gesprächspartner eingeweiht? was mich wirklich ängstigt ist, das 80% der Leute keinerlei Entsetzen gezeigt haben, eher noch interesse oder fandens gar lustig…

  2. 2 Robert Juni 29, 2010 um 12:28 pm

    @Moe, ich sehe du kennst Chatroulette nicht. 95% aller krassen Dinge die du da siehst sind gefaked. Ob´s nun der Typ ist, der sich erhängt hat oder die große Gruppe schwarzer Jugendlicher die sich tierisch einen ablacht. Alles nur Videofakes.

    Deswegen geht man einfach davon aus das es Fake ist und liegt damit ziemlich richtig, wie man hier auch sieht.

    Übrigens: grottenschlecht das video. der Einbrecher kommt rein als wenn er gerade spazieren gehen würde -.-


  1. 1 Was ist Daily Booth? Top oder Flop? « Gefahrgut Trackback zu März 24, 2011 um 1:40 pm

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