Wie man QR-Codes nicht verwenden sollte

QR Codes gibt es schon 17 Jahre – so langsam entdecken ihn die Werbeagenturen. Ist es euch auch aufgefallen, dass zur Zeit immer mehr Plakate in der Außenwerbung QR Codes einsetzen? Meist unten in der Ecke, knapp über dem Boden?

Mit dem Smartphone scannen und mehr erfahren.

What the fuck?

  • Erstens, hat keiner auf dem Heimweg, am Zugang zur S-Bahn-Station, Zeit oder Lust dafür stehen zu bleiben, sein mobiles Gerät rauszuholen und das Ding abzufotografieren.
  • Zweitens bückt sich auf der Straße garantiert niemand wie ein Idiot vor dem Plakat, um den 10 Zentimeter über dem Boden angebrachten Code lesbar zu erwischen.
  • Und drittens wollen die Leute vielleicht gar nicht „mehr erfahren“. Weil das Plakat genau diese Art von Werbung ist, gegen die wir längst Abwehrmechanismen in der Wahrnehmung entwickelt haben, weil wir sie gar nicht sehen wollen.

Hat sich in euren Agenturen eigentlich mal jemand die W-Fragen gestellt? „Wer“ oder „Wann“ zum Beispiel? Und vor allem: „Warum?“


Warum zur Hölle sollte ich, über die auf den Plakaten beworbenen, völlig langweiligen und austauschbaren, Produkte „mehr erfahren“ wollen? Entweder man macht eine nur auf Push-Kommunikation aufbauende Kampagne und ballert uns die Werbebotschaften an den Kopf. Oder man ergänzt eine Kampagne um Pull-Elemente und macht einen cleveren Medienbruch.

Das sollte dann aber auch ernst gemeint sein.

Es geht auch anders: Hier ein Beispiel, wie man mit QR-Codes einen Nutzen für den User schaffen kann. Und nebenbei die Sales verdoppelt.

About eight months ago, the three-store chain started putting these „quick response“ codes in its train ads. When customers scan the little squares with their smartphone cameras, a coffee menu pops up on their screens. Then they can order a cup of coffee on the train—and have it waiting when they arrive at one of Ethical Bean’s shops.

Business has doubled since then, says Chief Executive Lloyd Bernhardt. „We catch people who are on the go and don’t have a lot of time,“ he says.

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Falk Ebert

20 Responses to “Wie man QR-Codes nicht verwenden sollte”


  1. 1 Fabi Mai 25, 2011 um 2:06 pm

    Haha! Man muss dazu sagen, es kann auch schon mal dauern, bis der QR Code erkannt wird. Aber das mit der Platzierung stimmt, geht echt gar nicht. Als ob Kleinkinder schon Smartphones hätten

  2. 2 Jörg Mai 25, 2011 um 3:48 pm

    Meiner Meinung nach sind QR Codes sowieso ein reines Trend-Ding, das keiner wirklich nutzt.

    1. Hat kaum jemand einen Reader auf dem Telefon (Kenne kein Smartphone, dass das von Werk aus mitbringt)

    2. Ist das eintippen einer URL schneller und gelernter

    -> Wozu sind die Teile gut?

    • 3 Falk Ebert Mai 25, 2011 um 10:43 pm

      1. Ja, richtig. Und genau deshalb würden / werden QR Codes auch nur dann groß, wenn Apple hier den ersten Schritt macht und die Funktionalität in die ganz normale Kamera-App integriert.

      2. Ja, auch richtig. Deswegen finde ich QR Codes eigentlich auch nur für Visitenkarten sinnvoll. Da spart es eine Menge Abtippen.

  3. 5 Atilla Sayan Mai 25, 2011 um 8:39 pm

    Der Drang bei allen neuen Trends möglichst schnell dabei zu sein, lässt einige Agenturen eben den Sinn und Zweck mancher Maßnahmen vergessen… ich kann diesen selbst auferlegten Zwang und dieses armselige Getue nicht ab und bin mit dir, Falk.

  4. 7 SenorKaffee Mai 26, 2011 um 1:50 pm

    Uh, das wollte man uns vor ein paar Jahren auch andrehen. Keinen Benefit drin gesehen, ist eingeschlafen.

    Das mit den Visitenkarten ist allerdings interessant. Wie muss ich den QR-Code dafür codieren? Gibts da nen Standard?

  5. 10 Esgibtsie Juni 20, 2011 um 12:21 pm

    Könnte es sein, das dieser QR-Code gar nicht für die Kunden gedacht ist, sondern für die Distribution der Plakate und deren Kontrolle durch die Plakataufsteller?

  6. 11 simon September 7, 2011 um 1:59 am

    klinkt logisch esgibtsie wenn die so “versteckt“ angebracht sind sind die vieleicht nicht für die kunden

    • 12 Falk Ebert September 7, 2011 um 7:13 pm

      In dem Fall ist es leider wirklich für die Kunden angebracht. Sonst würde nicht auf dem Plakat darauf hingewiesen. Aber du hast Recht: Es gibt auch QR-Codes von Ströer selbst. Die sind jedoch in der Regel am Rahmen und mit einem normalen Reader nicht lesbar.

  7. 13 Johannes November 25, 2011 um 8:47 pm

    Die machen die Werbetafel einfach so wie immer und ergänzen die noch um die QR-Codes – fertig.
    Die kostet genauso viel wie ohne QR-Code. Falls dann doch mal einer das einscannt haben die ihre Rückkopplung und können das dann auswerten. Wie aussagekräftig das ist ist eine andere Frage, gerade wenn man eben beachtet das sich nur wenige da runterbücken.
    Aber was ergibt mehr Sinn: Den Code oben links oder rechts hinmachen, wo niemand mehr hinkommt, in die Mitte womit das Hauptbild, welches wahrscheinlich zeitlich und personell an anderer Stelle erstellt wurde oder doch lieber unten links oder rechts…? Es gibt auch viele Werbetafelhalter die etwas erhöht sind…

    Man hat also einfach die Chance zusätzlich Informationen zu bekommen und das kostenlos, also wird jetzt auf jede Werbetafel ein QR-Code draufgemacht.

    • 14 Falk Ebert November 26, 2011 um 9:29 pm

      Und vielleicht noch eine Servicehotline? Und die Adressen der Retailer? Und Meinungen von Testimonials?
      Ich lasse mich gerne von empirischen Daten eines Besseren belehren, aber ich vermute, die „Verschandelung“ der Werbefläche steht in keinem Zusammenhang zum Nutzen.

      Außerdem: Warum nicht einfach eine kurze URL? Die in den Browser zu tippen dauert genauso lange wie das Scannen des Barcodes, das aber mit weniger technischen Hürden und der selben technischen Möglichkeit zur Analyse.
      Und man muss sich nicht in Lebensgefahr bringen, wenn der Barcode auf der anderen Seite des UBahn-Gleises hängt. 😉

  8. 15 Peter Schmitz Februar 17, 2012 um 1:17 pm

    Ich finde QR Codes sind eine sinnvolle Ergänzung – wenn sie denn richtig angebracht werden und vor allem: Wenn sie sinnvolle Zielseiten erhalten. Einfach so auf eine bestehende Website zu verlinken macht wenig Sinn.Ich bin im Netz auf das Portal http://qrtool.de gestoßen. Dort werden wirklich gute Ansätze erläutert. Aber grundsätzlich gilt auch hier: Der User muss einen Mehrwert bekommen, sonst bringt die schönste QR Kampagne nichts…!


  1. 1 Endlich: QR-Code auf Euro-Münzen? Trackback zu Juni 20, 2011 um 10:54 am
  2. 2 Warum sollte ich euch bei Twitter folgen? « Gefahrgut Trackback zu November 16, 2011 um 1:38 pm
  3. 3 Zeugen Jehovas super innovativ « Gefahrgut Trackback zu Januar 11, 2012 um 1:40 pm

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