Wie die Minecraft frischen Wind in die Spielebranche bringen könnte

Der Startscreen in Minecraft mit Splashtext

Es hat einen Grund, dass sich Minecraft verkauft wie warme Semmeln. Und zwar, bevor es fertig ist! Der Grund ist aber nicht nur die Genialität des Spiels, sondern auch der Zustand der Spielebranche generell.

Das Games-business ist inzwischen größer als die Filmbranche. Und hat das selbe Problem: Gleichförmige Massenware. Immer die selben Patentrezepte, wenig frische Ideen. Das meiste Geld wird mit großen Blockbustern und deren Fortsetzungen gemacht. Was  im Filmgeschäft Transformers ist, heißt bei den Spielen Call of Duty. Von dem Megatrend Social Gaming und Virtual Goods möchte ich gar nicht erst anfangen…

Dabei geht es auch anders. Heute zeige ich fünf Ansatzpunkte, die sich auch größere Studios von Minecraft abschauen sollten!

1. Spieler wollen spielen.

„The first rule of the tautology club is the first rule of the tautology club.“ Schon klar. Schade nur, dass das so wenige Studios begriffen haben. Denn anstatt dem Spieler echten Freiraum zu geben, bei dem er sich spielerisch (wie im Sandkasten) entfalten kann, wird das Spielen oft eingeschränkt, dafür aber oberflächlich belohnt.

Drei Indoor-Brunnen in Minecraft

Erklärungsversuch: Niemand möchte in Assassin’s Creed Flaggen Sammeln um bescheuerte Boni freizuschalten, wenn er alternativ auch einfach durch die Stadt schlendern und sich cool fühlen kann. Minecraft braucht keine Badges und diesen ganzen Kram. Auch wenn es ingame scheinbar keinen Sinn ergibt schöne Brunnen zu bauen und Blumenbeete anzulegen – Spieler wollen spielen!

2. Code rules

Atemberaubende Schluchten, Dörfer in idyllischen Tälern, Klimazonen, verlassene Minenschächte, alte Ruinen. Das alles generiert Minecraft automatisch. Und erstellt damit jedem Spieler seine eigene Spielwelt. Die sieht zwar klobig aus, ist aber spannend zu erkunden.

Die Spielwelt in Minecraft

Der Vorteil eines solchen Systems liegt auf der Hand: Just Cause wurde für seine 1000 km² große Spielwelt gelobt. Minecraft hat 270 Millionen Quadratkilometer. Klar sind liebevoll von Hand erstellte Levels detaillierter, dafür wirken sie oft auch artifiziell. Eine clevere Synthese aus menschlich und automatisch geschaffenen Spielinhalten könnte die Lösung für das Level-Design der Zukunft darstellen.

3. Sind wir schon da?

Niemand ist perfekt. Auch Spiele sind es nicht. Besonders, wenn sie noch nicht fertig sind. Während viele Spiele aber zum Release Date immer noch nicht fertig sind, wurde Minecraft einfach von Anfang an gelauncht. Open Alpha.

Gewächshaus und Spielwelt in Minecraft

Das Geheimnis des Erfolgs sind dabei zwei Punkte: Erstens, der Kern des Spiels – das grundlegende Gameplay – macht schon an sich Spaß. Zweitens, was gemacht wird, wird richtig gemacht. Was Minecraft bietet, bietet es auch perfekt. Und wenn es am Anfang auch nur das Minen und das Craften war.

4. Niemals die Community unterschätzen.

Seit TrackMania hat kein Spiel die Community mehr so gut eingebunden wie das klotzige Minecraft. Das Geheimnis des Erfolgs? Offenheit. Hey ihr Entwickler – macht es uns Spielern doch leicht, das Spiel zu verändern. Als Dankeschön übernimmt die Community das Entwickeln von neuen Spielinhalten, neuen Spielfunktionen und sogar die Dokumentation.

Minecraft Server Meldung

Eine Anleitung sucht man vergebens. Und doch ist es vielleicht das am besten dokumentierte Spiel, welches jemals entwickelt wurde. Schaut mal ins Wiki!

5. Gesicht zeigen

Wie viele Spieleentwickler kennt ihr? Warren Buffett, Peter Molyneux, Shigeru Miyamoto? Und da hört es dann auch bald schon auf.  In Zukunft wird ein weiterer dazukommen: Notch. Warum? Weil er Social Media nutzt, um mit den Spielern zu kommunizieren. Sogar seine ToDo-Listen bei der Entwicklung kann man öffentlich finden.

Das gibt dem Spieler das Gefühl: „Hey, da ist jemand, der kümmert sich um das Spiel und der ist mit Herzblut dabei.“ Zum Beispiel, wenn man handgezeichnete Skizzen zur Verteilung der Biome von ihm sieht. Oder seine Tweets ließt.

Ein Kuchen in Minecraft neben Blumen.

Vielleicht wird Minecraft noch jahrelang weiterentwickelt werden und so nach und nach zum „Spiel des Lebens“ werden. Vielleicht wird Notch bald andere Spiele machen – So oder so: Er steht erst am Anfang seiner Karriere. Und ich bin sicher, seine Arbeit wird die Spielebranche verändern. Zum Guten!

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Falk Ebert

16 Responses to “Wie die Minecraft frischen Wind in die Spielebranche bringen könnte”


  1. 1 Christian Faller Oktober 10, 2011 um 2:11 pm

    Minecraft hat nicht ernsthaft einen Schreibfehler in der Headline oder?

    Let our battle’s begin!

    Was soll denn der Apostroph in dem Zusammenhang? 😀

  2. 3 moritz Oktober 10, 2011 um 3:19 pm

    schöner Post. In meinen Augen trifft der letzte Absatz den Nagel auf den Kopf: „In Zukunft wird ein weiterer dazukommen: Notch. Warum? Weil er Social Media nutzt, um mit den Spielern zu kommunizieren. Sogar seine ToDo-Listen bei der Entwicklung kann man öffentlich finden.“. Es geht gerade um die To-Do Listen. Social Media ist eben mehr als ne Facebook Seite, es geht um die Möglichkeit der offenen Teilhabe an einem Prozess oder an einer Person.

  3. 5 dvux Oktober 10, 2011 um 6:45 pm

    sehr schöner artikel! ich denk so langsam muss ich doch auch die 15€ investieren und das ganze mal im netz testen 😉

  4. 7 Samuel Stelzer Oktober 24, 2011 um 2:41 pm

    „In Zukunft wird ein weiterer dazukommen: Notch.“ Ich kenn noch einen…IceFrog. (Achtung, ich befürchte das geht Off-Topic) Auch Dota lebt von unzähligen extrem ausführlichen Wikis mit Guides zu Helden, Spielmechanik oder Taktiken und allem was dazu gehört. Die Community wirkt aktiv mit, entwickelt neue Helden, schlägt optische Anpassungen vor oder dokumentiert seltene Bugs. Alles in allem hat das dazu geführt, dass aus der kleinen Mod ein Spiel mit riesiger Fanbase wurde.

    Umso trauriger ist es, dass Valve bei der Entwicklung von Dota 2 die Fans komplett vergisst. Wenn man sich nur mal die Dota 2 Facebook-Seite (http://www.facebook.com/pages/Dota-2/106876872711112) oder den Blog (http://blog.dota2.com/) anschaut: Echt peinlich! Abgesehen von etwas Rummel rund um die Weltmeisterschaften auf der Gamescon im August wurde dort im 2 Monate-Takt, wenn überhaupt, gepostet. Und dann der ultimative Fail: Die Closed-Beta. Nicht nur, dass man ein Spiel, dessen Vorgänger quasi immer eine Open Beta war, nur von ausgewählten Spieler testen lässt, diesen war es sogar verboten, darüber zu schreiben oder Screenshots zu veröffentlichen. Inzwischen versucht Valve zu retten was zu retten ist. Aber in meinen Augen: Setzen 6!

    Einen Marketing Coup haben sich die Guten aber gegönnt. Ein Spiel, das gerade aus mal der Alpha Phase raus ist, auf einem offiziellen Turnier spielen zu lassen, weltweit übertragen – Preisgeld für das Gewinner-Team 1 Mio. Dollar. Das kann sich sehen lassen, aber das Gefühl, dass die Community nicht verstanden wurde bleibt.

    • 8 Falk Ebert Oktober 24, 2011 um 4:49 pm

      Hast du das Gefühl, Valve hält IceFrog an der kurzen Leine? Und wie ist das überhaupt – Valve hat Dota „gekauft“ (von wem eigentlich) und entwickelt es jetzt unabhängig von WC3 weiter? Das war doch mal nur ne Map, oder?

      Sorry, ich bin da nicht mehr ganz drin. 😉

      • 9 Samuel Stelzer Oktober 25, 2011 um 11:26 pm

        Dota ist an sich kein geschützter Name, sondern ja nur die Abkürzung von Defense Of The Ancients. In den AGBs von Blizzard steht, dass die die Rechte an allem haben, was da so an Mods/Maps entwickelt wird. Aber die heißt eben nicht Dota. Deswegen hat Valve da clever reagiert, IceFrog verpflichtet, der ja auch schon LoL mitentwickelt hatte, und basteln jetzt einen Nachfolger, bzw. dasselbe Spiel mit modernerer Grafik und, ganz wichtig, Matchmaking System. Ob die IceFrog an der kurzen Leine halten weiß ich nicht, aber Community-mäßig geht da echt zu wenig. So einer erfahrenen Firma sollte man mehr zutrauen. Mit Mods und Communities sollten die sich eigentlich auskennen – CS, Team Fortress, Portal… Auf der anderen Seite ist das natürlich auch ein Fail von Blizzard. Das Spiel liegt denen seit Jahren, mit hunderttausenden Spielern, direkt vor der Nase und sie machen nichts draus. Aber ein Spiel, das irgendwie free to play sein und trotzdem irgendwo Gewinn reinholen soll, passt denen vielleicht auch nicht ganz ins Konzept.

  5. 11 enrico November 2, 2011 um 11:27 pm

    hi weis einer wie man ein server beitreten kan? wer sehr net wen ichr mir das sagt

  6. 13 enrico November 2, 2011 um 11:30 pm

    enrico is mein name also im spiel heise ich knoler


  1. 1 Minecraft-Giftcode zu gewinnen! « Gefahrgut Trackback zu Dezember 7, 2011 um 1:37 pm
  2. 2 Was wurde eigentlich aus… Vol.2 « Gefahrgut Trackback zu März 13, 2012 um 8:17 am
  3. 3 Was wurde eigentlich aus… Vol.3 | Gefahrgut Trackback zu Juli 8, 2013 um 1:39 pm

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