Posts Tagged 'Kultur'

Mit diesen beiden Spielen erkläre ich die „Computerspiele als Kunst“-Debatte für beendet.

Dass Computerspiele die Kunst inspirieren, wissen wir seit Kristoffer Zetterstrand. Dass auch Mainstream-Spiele epochal tiefgängig sein können, seit Shadow of the Colossus.

Was das MoMA schon letztes Jahr festgestellt hat, möchte ich heute auch noch mal manifestieren:

Videospiele sind eine Kunstform!

Pofalla-Style. Keine Diskussion mehr. Anlass und Beweis dieses Artikels sind zwei Spiele, die ich kürzlich gespielt habe.

Es handelt sich dabei um Stanley Parable und Dear Esther. Zwei Spiele, die ein verbindendes Element haben und doch unterschiedlicher nicht sein könnten.

Das verbindende Element ist, dass sie aus der Ego-Perspektive gespielt werden und das Gameplay nur aus Laufen besteht. Keine Waffen, keine Gegner. Dafür ein Erzähler, der dem Spieler kontinuierlich im Ohr liegt.

Dear Esther ist dabei relativ linear. Der Spieler läuft einen vorgegebenen Pfad ab und hört sich dabei Textfragmente an, die mit einem Zufallsmoment versehen sind und so immer wieder eine leicht unterschiedliche Geschichte erzählen.

Bis zum Schluss nimmt die Intensität des Spiels durch den grandiosen Soundtrack, das Leveldesign und die Erzählungen zu und steigert so die Immersion ins Unendliche. Das Grundthema – Einsamkeit – zieht sich konsequent durch das Spiel als Gesamtkunstwerk.

Dear Esther Screenshot

Stanley Parable ist da anders. Das Spiel gibt dir alle zwanzig Sekunden einen Metaebenen-Bitchslap und stellt alles in Frage, was man bis dahin über das Spiel zu wissen meinte. Zwischen verschiedenen Realitäts-Ebenen wandelt der Spieler durch lineare Räume und kann dabei ständig unterschiedliche Abzweige wählen.

Der Spieler wird beim Durchspielen der dadurch entstehenden Routen ständig zum Nachdenken gezwungen. Über Determinismus, freien Willen, das Verhältnis von Künstler zu Rezipienten. Und nicht zuletzt ist das Spiel auch als Kritik an Erzählmustern klassischer Videospiele zu verstehen. Fantastisch!

Stanley Parable Screenshot

Klar: Das sind zwei Beispiele unter tausenden kitschigen, sexistischen und öden Schrott-Produktionen. Aber wir möchten ja auch Angesichts der Flut von Milchkaffee-Fotos bei Instagram der Fotografie das Kunst-Sein nicht absprechen, wie es im 20. Jahrhundert durchaus noch getan wurde.

Sobald ihr mal einen Abend Zeit habt, solltet ihr jetzt folgendes tun:

  • die Spiele kaufen und downloaden
  • das Licht ausschalten
  • den Kopfhörer aufsetzen
  • losspielen

Danach kann es keine Diskussion mehr geben.

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Falk Ebert

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Die digitale Professionalisierung des Vögelns

Screenshot von Tinder

Das Internet beherrscht den Alltag der digital natives.
Und zwar jeden Aspekt davon.

Ein Beispiel: Das Thema „Dating und mehr“ mit Betonung auf den letzten beiden Wörtern.

Treffen, Mailen, Vögeln?

Die Schwulenszene hatte es mit PlanetRomeo und Co. vorgemacht. Nicht erst mit StudiVZ wurde es zum Massenphänomen – Nachrichten mit (mehr oder weniger) eindeutig kommunizierten Interessen. Das Internet hat es so einfach wie noch nie gemacht, Kontakt aufzunehmen. Daran änderte auch das schmerzvollen Ableben von StudiVZ nichts.

Bei dessen Nachfolger ist die Professionalisierung inzwischen noch weiter fortgeschritten: Keine Universität in Deutschland ohne Spotted-Seite auf Facebook, auf der auch Interessierte ohne Courage bequem „nachfassen“ können.

Die Krone der Usability – die one-click-Lösung bang with friends  – hat sich allerdings ziemlich schnell als kurzfristiger Hype herausgestellt. Umso erstaunter war ich, wie sehr die Mobile-First-Lösung tinder in Deutschland schon genutzt wird.
Denn im Prinzip bietet sie das Selbe, nur mit einem Hauch mehr Understatement: Mit wenigen Taps Schnittmengen unter den Interessens-Bekundungen finden.

Screenshot von Tinder

Nur für Singles?

Die schöne neue Welt, eine Nullrunde für treue Vergebene? Mitnichten. Eine neue Generation Apps wie Love Spark lotet aktuell die Möglichkeiten der Gamification unseres Liebeslebens aus. Gegen Unfruchtbarkeit gibt es inzwischen irgendwas mit big data. Und was die 9% der Amerikaner mit ihrem Smartphone in der Kiste so machen, weiß auch nur die NSA.

Love Spark

Untergang des Abendlandes?

Wie die Digitalisierung sich am Ende tatsächlich auf das Sexualverhalten der digital natives auswirkt, ist eine spannende Frage für die nächsten zehn Jahre. Denn schon Luhmann wusste: Spannend ist nicht, was wir mit unseren Medien machen. Spannend ist, was sie mit uns machen.

Viel Spaß beim Ausprobieren.

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Falk Ebert

Tumblr und Pinterest – was die zweite Reihe interessant macht.

Logo von Tumblr und Pinterest

Während Facebook, Twitter und dieses irgendwie nur strategisch total erfolgreiche Google+ den Online-Diskurs dominieren, redet man in Social Media Kreisen kaum noch über Tumblr und Pinterest.

Zu Unrecht. Die Zahlen: >90 Millionen Tumblr Blogs (Jan. 13), >11 Millionen Pinterest-User (Feb. 12). Und die sind zu schätzungweise 90% mit Facebook-Accounts verbunden.

Wer benutzt Tumblr und Pinterest?

Und wer sind diese Menschen? Laut dem Google Ad Planner vor allem Frauen. Bei Pinterest ist der Anteil mit 80% überdeutlich. Der Unterschied in der Demografie liegt vor allem im Alter der Zielgruppen.  Tumblr-Nutzer sind hauptsächlich Teenager. Lesetipp.  Unbedingter Lesetipp. Pinterest ist dagegen die Plattform für Moms. Dazu habt ihr vermutlich schon genug gelesen.

Hier muss jedoch ein Wort der Warnung angebracht werden: In Deutschland ist Pinterest nicht das Netzwerk für die Demografie, die uns die Fachpresse 2012 über Monate verkauft hat. In Deutschland ist Pinterest primär ein Netzwerk für early adopter aus Berufsgründen. Sprich: Social Media People. Die Mütter sind da, aber machen eher einen geringen Teil der Zielgruppe aus.

Wie benutzt man Tumblr und Pinterest?

Spannender als das „wer“ ist natürlich das „wie“. Denn auch in der Kultur unterscheiden die beiden sich wie Tag und Nacht.

Weiterlesen ‚Tumblr und Pinterest – was die zweite Reihe interessant macht.‘


Die Autoren

Christian Faller Falk Ebert

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